Ein Land des Meeres und der Berge, vom Umweltgesichtspunkt aus eines der jungfräulichsten Italiens, und auch ein Ort antiker Berufe: Fischer, Bauern, Hirten. Das Wesen der Abruzzen liegt in der Verbindung von Landschaft und menschlicher Aktivität, die sich langsam in Richtung auf einen Tourismus mit Berücksichtigung der Traditionen entwickelt. In den Abruzzen ist immer die Landschaft Protagonist, heitere Täler wechseln ab mit rauen Felsen, leeres Land mit engbewohnten Hügelkuppelorten. Die niemals überfüllten Straßen sind geeignet, das Territorium dieser Region meisterlich zu interpretieren, und es gibt stets mehr Fahrradbegeisterte, die, indem sie die Küste hinter sich lassen, sich der Führung durch ihren Instinkt überlassen, um von allen Fassetten der Abruzzen zu schnuppern.
Wer sich nicht zu weit vom Meer entfernen möchte, findet im pescareser Binnenland einen weiten Hügelstreifen, der Exkursionen für jedermann bietet. Leicht lässt sich die antike Stadt S. Angelo erreichen, die wie ein Naturbalkon da liegt, von dem her man das Beste der Abruzzen bewundern kann: vor allem andern das Meer; dann bieten die Maiella und – weiter entfernt – der Gran Sasso Panoramen, bei denen einem der Mund offen stehen bleibt.
Noch ein paar km und man erreicht Atri, vielleicht die älteste Stadt der Abruzzen, die über Felsfurchen und seit dem Neolithikum bewohnten Höhlen aufragt; von mittelalterlichem Zuschnitt, zeigt sie die Kathedrale, einige Kirchen und den Herzogspalast. Aber wer starke Empfindungen liebt, kann entschieden das Landesinnere in den Blick nehmen, wo sich die höchsten Gebirgsketten des Apennin befinden. Die längs dieser Berge empor rankenden Straßen ziehen sich über sehr anspruchsvolle Hänge, die nur gut Trainierten vorbehalten sind, einige Steigungen sind wirklich mythisch. Der Aufstieg von Prati di Tivo gehört dazu, 15 km intensivstes Erleben in einer außergewöhnlichen Landschaft. Im Juli startet bei Montorio al Vomano die Langstreckenfahrt des „Gran Sasso“, bei der die Teilnehmer die charakteristischsten Punkte des abruzzeser Territoriums berühren.